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Sep 262011
 

Soranya wird von den Druoiden zur Rettung Ponselands rekrutiert, eine schwierige Aufgabe, aber der Sturz der Üblen Königin Aphylaksia ist ein hehres Ziel. Handeln die Druoiden wirklich völlig selbstlos, als sie Soranya aufrüsten?

Fantasy-Kurzgeschichte, ca. 2000 Wörter, 0,99€, zu finden hier

 

Die alten Weiber sagen, tief im Walde von Madremille fische das knochenfarbene Licht der Zwillingsmonde mit dem Schattennetz der wogenden Zweige nach den Seelen verirrter Wanderer, und jedes Zittern der Luft würde ein lautes Heulen aus den Kehlen der auf ewig verdammten Beute reißen.
Die Kinder der umliegenden Dörfer sollten mit diesem Märchen vom Walde fern gehalten werden, damit sie den Greiflianen der Dutzendmägen-Pflanzen nicht zum Opfer fielen. Aber obwohl Soranya kein Kind mehr war, musste sie sich eingestehen, dass die ständigen Bewegungen am Rande ihres Gesichtssinnes mehr und mehr an ihrem Mut zehrten und sie langsam in das ängstliche, kleine Mädchen zurück verwandelten, das sie vergessen geglaubt hatte. Wütend hieb sie mit ihren Ewigen Fackeln flüchtige Kratzer aus Licht in das undurchdringliche Fleisch der Dunkelheit, um die stetigen Angriffe der vierarmigen Grozums abzuwehren, die ihre Rüssel zu gerne in Soranyas Haut bohren wollten. Diese Nacht musste sie tapfer sein, sie spürte deutlich, wusste es geradezu, dass ihr Leben in der nächsten Stunde eine dramatische Wende nehmen würde. Aber in welche Richtung?
Was konnten die Druoiden nur wollen – ausgerechnet von ihr? Die Einladung, um Mitternacht zur Lichtung der liebenden Toten zu kommen, war mehr Bitte als Befehl gewesen, und wenn die Druoiden, diese mächtigen, mechanischen Mentoren der Menschheit, Soranyas Hilfe erbaten, dann standen die Dinge wohl schlimmer, als sie bisher angenommen hatte. Sie war nur eine einfache Magd; sie hatte zwar davon geträumt, aber nicht ernsthaft erwartet, dass ihr Name je in einem Vers der Geschichtssänger Ponselands zu hören sein würde.
Durch das Gewirr der Flora zwängte sich ein jadefarbenes Schimmern: In wenigen Sekunden würden Soranyas Fragen beantwortet werden.
Sie atmete tief ein, trat auf die Lichtung und fand sich den drei Druoiden ihrer Oktasphäre gegenüber: Iddrufh, Blasigjk und Masurkas. Sie hatte die Druoiden bisher nur aus einiger Entfernung gesehen und war sofort von der Intensität der Borgon-Aura gebannt, die die Köpfe der imponierend großen Messing-Menschen in gelassener Würde umwogte und dabei die tanzenden Flammen von Soranyas Ewigen Fackeln zu billigem Zwecklicht degradierte.
Iddrufh ging auf Soranya zu, das Borgon wechselte seine Farbe von dem neutralen Jadeton zu einem warmen Willkommensrot, die Wogen, die die Oberfläche in Bewegung gehalten hatten, glätteten sich bis zum Stillstand; Iddrufhs Messinggesicht wurde nun durch das Borgon zu einem Schädel ergänzt, der aber von menschenähnlichen Proportionen weit entfernt war.
“Soranya, welch eine Freude, Dich zu sehen; ein heller Stern in der finsteren Nacht menschlicher Gleichgültigkeit!”
Iddrufhs Stimme glitt in Soranyas Ohren wie die schmeichelnde Melodie eines Bänkelsängers, der den Frühling zu seiner Geliebten erklärte. Der Klang durchdrang ihre Haut und ihre Knochen, bis er auf ihr Herz traf und es in Schwingung versetzte, damit es ein wenig schneller schlage.
“Ich bin Eures Lobes nicht würdig, ehrenwerter Herr!”
“Doch, Soranya, doch, das bist Du durchaus!”
Iddrufh legte seine Hand auf ihre Schulter. Ein leichtes Kribbeln fuhr durch ihren Arm und ließ Soranyas Finger zucken, ohne dass sie sich dagegen wehren konnte oder wollte. Iddrufhs Aura verdunkelte sich zu der Farbe edlen Weins.
“Die Zeiten sind übel, mein Kind, und die Zeichen stehen schlecht! Unsere Helden sind alle tot, besiegt durch List, Verrat und Ehrlosigkeit … Auf dem Grabe der Hoffnung wachsen die schwarzen Blumen der Verzweiflung – jetzt sind es die kleinen Leute, die großen Mut aufbringen müssen! Soranya, wir sind sicher, dass Du Deinen Teil dazu beitragen willst, Ponseland wieder ins Licht zu führen!”
“Ich will gerne mein Bestes geben, Herr Iddrufh, aber sagt mir: Wie soll ein schwaches Weib gegen die Armee der Zauberatoren bestehen?”

 Posted by at 21:15
Jul 022011
 

Der erste Beitrag von Vanessa:

Major Grubert verfolgte jahrelang die Spur des legendären Affen. Als er ihn endlich fand, reagierte der Goldene Gorilla nicht ganz so, wie Grubert sich das vorgestellt hatte … Auf der Flucht vor dem Primaten muß der Major die haarsträubenden Hindernisse überwinden, durch die auf dem Hinweg seine Gefährten auf allerlei abscheuliche Arten umgekommen sind.

Im Stil der Abenteuer-Romane des ausgehenden 19. Jahrhunderts gehalten.

Kurzgeschichte, ca. 6900 Wörter, 0,99 €, zu finden hier

 

An den Haken am obersten Punkt dieser vollkommen geschlossenen, hemisphärischen Kuppel war ein starkes Seil geknotet, das die Jahrhunderte offenbar unbeschadet überstanden hatte. Unsere Blicke folgten dem Seil bis zur Decke, wo es über eine Rolle in die Richtung der Säulen umgelenkt wurde. Von einem der Bögen zwischen den Säulen hing eine weitere Rolle, die das Seil wieder nach unten schickte. An diesem Ende des Seiles, kurz unter dem Säulenbogen, hing eine Kugel aus Granit, mit einem Durchmesser von etwa anderthalb Yard, ganz offensichtlich das Gegengewicht für die Kuppel, unter der der Goldene Gorilla gefangen sein musste. Manteca wies zu Recht auf die höchst sonderbare Tatsache, dass die bisherige Geschichtsschreibung noch nicht von den Futtjucken zu berichten wusste, obwohl sie doch immerhin schon den Flaschenzug kannten und daher größere architektonische Spuren hätten hinterlassen sollen.

Von der Kugel hing unten noch ein weiteres Seil hinab, daran klammerten wir uns und zogen, als ob wir zur Sonntagsmesse läuten wollten.

Die Halbkugel hob sich und tatsächlich: der Goldene Gorilla! Endlich! Ich wollte auf ihn zu stürzen, ihn berühren, aber ich musste der Versuchung widerstehen, durfte noch nicht loslassen, alleine schon um Mantecas willen, der das Gewicht alleine nicht hätte halten können und an die Decka katapultiert worden wäre. Nachdem wir es geschafft hatten, die Kugel bis auf wenige Inches über den Boden hinunter zu ziehen, befestigten wir das lose Ende des Seils an einem Haken unserer Bergsteigerausrüstung, den wir vorher in den Felsengrund getrieben hatten. Die Kuppel schwebte jetzt über dem Goldenen Gorilla, als ob eine unsichtbare Gigantin den Deckel einer Bonbonniere über der kostbarsten aller Pralinen hielt. Der Affe war enorm groß, obwohl er zusammengesackt vor sich hin dämmerte. Ich näherte mich vor Erregung zitternd vorsichtig diesem einzigartigen Zeugen der Vergangenheit und sah den riesigen Brustkorb in langsamer Bewegung an- und abschwellen.

“Er atmet, Umberto! Er lebt!”

“Das wird er Ihnen bald voraus haben, Major!”

Gute Güte, also doch! Der Verräter! Mein in hunderten Gefechten geschärfter Instinkt ließ mich hinter die nächstbeste Säule hechten, schon fiel ein Schuss und eine Kugel schwirrte hinter meinem Rücken vorbei. Manteca jagte ein weiteres Geschoss in den Pfeiler. Ich nutzte die Zehntelsekunde, die er brauchte, um erneut den Hahn seines Revolvers zu spannen, um einen schnellen Blick um die Säule zu werfen. Der Bastard hatte sich hinter der Granitkugel in Deckung gebracht.

“Nun, Major, ich schätze, Sie werden zu einem weiteren tragischen Opfer auf dieser vom Unglück verfolgten Expedition. Ihr am Boden zerstörter Diener wird alleine nach England zurückkehren müssen. Immerhin hat die treue Seele den Goldenen Gorilla dabei und man wird feststellen, dass Mantecas Abhandlung über den Affen durchaus das Niveau von Gruberts Berichten halten kann.”

Wieder schlug ein Projektil in die Säule, aber diesmal hatte er sein Lee-Metford-Gewehr abgefeuert.

“Für die Meisten wirst Du trotzdem nur ein stinkender, kleiner Emporkömmling sein, Umberto, und seit etwa einer halben Minute denke ich: zu Recht!”

Ich prüfte die Trommel meines Webley, in allen Kammern steckten Patronen.

“Mag sein, aber ich werde ein vermögender, stinkender, kleiner Emporkömmling sein. Da sie mich als Verwalter von Glastonburyshire eingesetzt haben, wird es nicht allzu schwer sein, den Rest Ihres Besitzes zu versilbern. Aber das ist nicht so wichtig. Viel schöner finde ich den Gedanken, dass Sie unwillentlich zum Steigbügelhalter meines Ruhmes werden. Für all die Jahre, in denen es umgekehrt war, wird mich das reichlich entschädigen.”

Manteca verlieh seinen Worten mit einem erneuten Schuss einigen Nachdruck. Er bemühte sich, in seiner Stimme die gelassene Überlegenheit des sicheren Siegers mitschwingen zu lassen, aber Bitterkeit und Hass verzerrten den Klang zu einem dissonanten Geräusch, das ich bei anderer Gelegenheit für Möwenkreischen gehalten hätte.

 Posted by at 20:29